back in Jakarta

Sonntag, 25.09.2016

Hallo Freunde der Sonne ;-)

Bin nun wieder vom traumhaften Bali zurück ans Festland und das Klima hier scheint ein völlig anderes. Man merkt, dass die Regenzeit so langsam kommt. Nachmittags schüttet es wie aus Kannen und ich habe spaßeshalber mal im indonesischen "Amazon" nach Regencapes geschaut. Witzig, dass es Regenburkas mit Reflexionsstreifen zu kaufen gibt :-D

Aber ich wollte ja von Bali berichten:

letzter Stand: das Moped sollte bezahlt werden...Also nach langem hin und her kam der Mopedverleiher nun zum Hotel und forderte seine 2 Mio. IDR für den entstandenen Sachschaden. Dieser Preis wurde von der Werkstatt für 10 verschiedene Teile berechnet, wobei auch die Frage ist, was er da für Teile austauschen lässt. Es war natürlich alles sehr misteriös und zwilichtig. Gut, der Verleiher bekam nun einen Tobsuchtsanfall auf Grund der Tatsache, dass der deutsche Herr nun partout die Überteuerten Preise nicht zahlen wollte mit der Begründung er hätte nicht genug Geld. weiterhin gilt es in Bali als bindend, wenn man ja zu einem Preis sagt. Dies war nun vor Ort der Fall gewesen und ein brüllender Verleiher stand auf der Terasse. Der deutsche Herr holte nun zittrig sein letztes Geld hervor und wollte es dem Verleiher in die Hand drücken. Na nicht mit mir...da bin ich schön mit runter gestiefelt und habe dem Verleiher erklärt, dass wir uns maximal in der Mitte treffen können. Nach einem Gewese, dass er die Polizei rufen würde und unseren Ausweis kopieren will und viel bla bla, habe ich ihm die restlichen 300.000 IDR in die Hand gedrückt und versichert, dass wir damir quitt sind und er wegen der fehlenden 300.000IDR gerne die Polizei rufen kann. Er trabte dann mit seiner Kohle ab. Keine Ahnung wie er auf die Idee kommt, der Roller sei mehr als 150€ wert. ergänzend sei zu sagen, dass der Roller natürlich schon wieder vermietet wurde. Also schön mal ins Klo gegriffen. Egal, wer den Schaden hat, braucht für das Abzocken nicht zu sorgen, oder wie hieß das balinesische Sprichwort :-D

Weiter ging es dann nach Badang Bai, was der Hafen für das Übersetzen zu den traumhaften Gili-Inseln ist. Hier haben wir 3 Tage verweilt, da der Herr ja nicht baden oder tauchen konnte und ich nun seinen Traum des tauchens leben durfte. Der Tauchkurs endete nach 3 Tagen bei 18m Tiefe im indischen Ozean. Also tauchen wird wohl nicht mein Sport. Es ist sehr besinnlich, man kann sich die schöne Landschaft anschauen (Rochen, Schildkröten, Kugelfische, Moränen) und sich beim atmen zuhören...ich denke es wird der ideale Sport für meinen Bruder ;-) (du weißt schon, wenn man körperlich noch fit ist, aber eher auf, sagen wir "Besinnlichkeit" steht) :-D

am Samstag sind wir dann zu den Gili Inseln aufgebrochen. Die bestehen aus Gili Meno, Gili Air und Gili Trawangan. In dieser Reihenfolge aus Landschaft, Bars oder Party. Wir sind nach Gili Air mit dem Speedboot in 1,5 Stunden gefahren. Hier erwartet einen eine kleine Insel, die angeschieden vom Motorenlärm eine Oase der Ruhe ausstrahlt. :-D ok n bisschen dick aufgetragen. Es gibt keine Verbrennungsmotoren, dafür Pony-Kutschen, die allerdings bei der Hitze eher Mitleid und Entsetzen hervorrufen und Radfahrer. Die Insel kann man in einem 2 Stündigen Spaziergang umrunden und an der Nordspitze den Sonnenauf- und Untergang bewundern. Hier steht ein kleines Restaurant, welches mit frischen und für mich exotischen Fischen lockt, die auf dem Grill unter freiem Himmel direkt am Strand zubereitet werden.

Überhaupt kann man von fast jedem Restaurant aus, in einer kleinen überdachten Liegewiese oder Sonnenstühlen, das Meer betrachten.

Das einzige, was die Stimmung dezent torpediert ist ein Mann, der morgens um 5 zum Stoßgebet aufruft. laut...singend...endlos...

Nachdem ich dann einen Tauchkurs zum Schildkrötenriff unternommen habe und mir die erste professionelle Fußmassage meines Lebens gegönnt habe, sind wir am Montag Nachmittag dann auch schon zurück. Da es hier keine 5 Sterne bewertete Klinik gab, wollte der Herr gerne sein Pflaster am Festland wechseln lassen. Nach der Ankunft in Padang Bai haben wir uns einen Taxifahrer geschnappt, der uns erst zur Klinik und dann in die entgegengesetze Richtung an den Südzipfel der Insel gebracht hat.

Allerdings blieben wir nur eine Nacht in Nusa Dua, da ich gerne surfen lernen wollte und es nur Bananenboot und Wasser-Paragliding gab.

Also wieder umziehen, ins mittlerweile 9. Hotel. Gefühlt habe ich meinen halben Urlaub mit der Suche nach einem passenden Hotel oder Krankenhaus verbracht.... Nach dem dritten Anlauf sind wir dann in Seminyak, der an der Westküste befindlichen Stadt, direkt über Kuta (wir erinnern uns: Ausgangspunkt und Ballermann der Australier) eingetroffen.

Dort haben wir einen einheimischen Künstler getroffen, der eine Art Begegnungsstätte hatte. Hier haben wir ein Selbstportrait meines Begleiters in Auftrag gegeben und ich habe auf der Gitarre zupfend mit einem hiesigen Künstler gejamt (Ja, wenn man nun zu diesen Kreisen gehört, heißt es nicht mehr musiziert...wir hatten eine Jam-Session :-D) Also wird der Herr nun ein Aquarell-Selbstportrait über seinem Bett in Deutschland hängen haben :-DDD

Am nächsten Tag bin ich dann mit dem Roller an den Strand und habe Surfen gelernt (Ok nach einer Stunde hatte ich keine Lust mehr und mein Knie hat geblutet) aber zumindest stand ich 2 mal auf dem Board und kann behaupten, die bitter-süsse Luft des Surfens geschnuppert zu haben. Auch das ist kein Sport, den ich nochmal anvisiere. Man wartet ewig auf die perfekte Welle und wenn man endlich ein paar Meter auf ihr gesurft ist, muss man alles wieder zurück paddeln...ist also wie Schlittenfahren, mit anstehen :-D

Da ich ja nun das Moped einmal ausgeliehen hatte, dachte ich, ich bin so frei und fahre zum 20km entfernten Wassertempel nach Tannah Lot. Dieser sah auf den Fotos wirklich schön aus. Gut, mit dem richtigen Blickwinkel sieht der Wannsee auch aus wie die Ostsee :-D  Am Tempel angekommen musste man erstmal Geld berappen um überhaupt aufs Gelände zu kommen... dann zu Fuß entlang an unzähligen billig-souvenier-Ständen um dann an einen touristisch überfüllten Platz anzukommen, die die einheimischen Betenden zu umzingeln. Auf den Tempel selbst darf man als Touri nicht rauf. Ok die selbst gemachte Musik war schön, aber die Menschen haben die Idylle etwas zerstört... ich also wieder rauf aufs Moped, nicht dass ich im Dunkeln ankomme

Level 1: Fahren bei Linksverkehr
Level 2: Fahren bei Linksverkehr, wenn Stau ist und du dich vorbeiquetschen musst um auf dem löchrigen Bürgersteig auszuweichen
Level 3: Fahren bei Linksverkehr, wenn Stau ist, du auf dem schmalen Bürgersteig noch von Mopeds zur Seite gedrängelt wirst
Level 4: Es wird dunkel und du musst leider feststellen, dass dein Licht nicht funktioniert und dein Visier so zerkratzt ist, dass du es hoch machen musst, um die Schlaglöcher noch zu sehen
Level Expert: Alles auf einmal und du fährst blinkender Weise zurück, damit du noch gesehen wirst!

Level Expert überstanden !!!

so nun bin ich wieder zurück und habe mir heute vorgenommen, zu einem kleinen Markt hier in der Nähe zu fahren um mir vielleicht einen Wasserkocher oder eine Schreibtischlampe anzuschaffen.

Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt: eure Nora

Bali olè

Freitag, 09.09.2016

So endlich sind wir auf der sagenumwobenen Insel Bali angekommen. Nach knapp zwei Stunden Flug sind wie in Denpasar gelandet und haben versucht ein Taxi zu ergattern. Allerdings wollten die regulären Taxen 200.000 IDR für ein paar Kilometer. Nach 1,5 Stunden haben wir dann einen Fahrer für 50.000 gefunden, der uns in zehn Minuten zum Hotel gebracht hat. Problem beim Finden eines Taxis ist ja, dass man keinen x-beliebigen Fahrer wählen sollte, da hier die Seriosität etwas zweifelhaft sein kann. Die beiden bestellten Uber-Taxen allerdings konnten nicht ausfindig gemacht werden, da diese am Telefon irgendwas mit "Danger, Danger " am Telefon sagten und es sollte sich herausstellen, dass es eine Taxi Mafia in der Nähe des Flughafens gibt, die nicht zulässt dass andere Fahrer Leute einsammeln. Außerdem wird man permanent angesprochen von aufdringlichen Fahrern, die horrende Preise verlangen.

Wir sind dann endlich an einem wirklich schönen Hotel mit Pool nicht weit des Flughafens angekommen und haben sogleich die Zimmer bezogen, da es mittlerweile um 11 auf Bali war. Einmal zum Strand geschlendert und den beeindruckenden indischen Ozean bei Nacht bestaunt. Der Strand fällt einige Meter ab und dann folgen erstaunlich große Wellen, die zum Baden einladen. 

Am nächsten Tag wir dann die Einkaufsstraße entlang flaniert und haben festgestellt, dass man anscheinend nur mit aufdringlichen Angeboten, die Passanten beeindrucken kann. Jedes Souvenir Geschäft hatte die gleichen Artikel. Ich hatte mir vorgenommen, eine kurze Hose oder einen Rock zu ergattern und am Ende hatte ich dann 3 dieser typisch balinesischen Tücher, auch Sarong genannt, die man lässig um die Hüften schwingt. 

Nach 2 Tagen kuta hatten wir dann auch genug vom sehr touristischen Flair, da diese Stadt der " ballermann für Australier " sein soll.

Anschließend brachen wir mit einem Uber Taxi ins Landesinnere nach Ubud auf. Dies sollte ein Künstler Dorf mit handwerklichem Flair sein. Nach 1,5 Stunden Fahrt für 30 km kamen wir dann an einem kleinen hotel in der nähe der Innenstadt an.

 

Wirklich auffällig ist auch hier, dass man als Frau nahezu zur Seite gestoßen wird, damit der Angestellte an den Koffer des männlichen Gastes kommt und ich als Frau immer mein Gepäck alleine trage. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn man nicht die einzige wäre, die die riesigen Stufen (eindeutig NICHT DIN-Norm) zum Zimmer hoch stapfen muss.

Das Zimmer war sehr sauber und hatte statt eines Fernsehers nur einen Deckenventilator. Die Fenster ließen sich nur im unteren Teil schließen und oberhalb waren sie mit einem fliegengitter verschlossen. So konnte man die ganze Nacht den dröhnenden Geräuschen der quälenden Frösche und winselnden Hunden lauschen.  Nach dieser Nacht haben wir dann das Hotel gewechselt, da es kaum zum aushalten war.

Die zweite Unterkunft hatte keinen Pool und kein Frühstück, obwohl ich beides gerne gehabt hätte, da es im Landesinneren kaum Abkühlung gibt. Nun fand sich allerdings keine bessere und wir mieteten uns hier ein.

Ich bestand auf die Anmietung eines Rollers, da die Wege sehr strapaziös zum laufen sind und die Hitze sein übriges tut. Ausserdem fahren hier alle mit dem Roller und mich reizt die indonesische Fahrweise. Sie ist so völlig anders als die deutsche, da hier viel mehr Rücksicht aber auch Nachgibigkeit vorherrscht. Man muss sich das so vorstellen: jeder der es eilig hat darf natürlich an Autos vorbei und bei Bedarf auch mal den fuss weg nehmen, Hauptsache man kommt vorwärts. Allerdings räume ich auch dieses Recht meinem gegenüber ein und ich mache Platz, wenn z.B. ein packendes Auto überholt wird und er in meine Gegenspur Gerät. Weiterhin brauche ich mich um den Verkehr hinter mir keine Gedanken machen, wenn mich jemand überholen möchte, dann hupt er einfach und ich weiß Bescheid. Ansonsten: Augen immer nach vorne, es könnte ein Schlagloch kommen. Generell sind die Fahrer alle sehr routiniert und schätzen perfekt ab, ob sie noch in diese Lücke passen und einfach abbiegen können. Alles in allem: diese Fahrweise entspricht meinem Typ  :-D

Als es nun ans Rollerausleihen ging, bestand ich auf 2 getrennten, damit ich nicht auf der Rücksitz Bank eines verängstigten Fahrers Platz nehmen muss. Natürlich wurde mir ein langsames Teil angeboten und der Herr bekam das flotte Model. Allerdings hatte sich der Verleiher nach der ersten Probefahrt doch entschieden uns tauschen zu lassen ;-)

und so fuhren wir nun los zu den nahegelegenen Reisterassen. Nachdem wir einmal im Kreis gefahren sind, kamen wir dann auch an den Touristenüberfüllten, aber dennoch beachtlichen Terrassen an. Hier konnte man einen Imbiss einwerfen und ins Tal spazieren. Ok, es war kein Spaziergang...Man hat geschwitzt wie sonst was, die Wege hatten zum Teil Absätze von 1m, die man runterhüpfen musste und alle Nase lang musste man spenden um den weg entlang gehen zu dürfen. Fix und alle kamen wir dann wieder oben am Berg an und gingen zurück zu den Rollern. Auf dem Rückweg musste es ja schließlich passieren. Ich hielt an um mich umzuschauen wo der andere denn bleibt und sehe noch, wie der Roller auf der rechten fahrbahnseite langsam hinter einem parkenden Auto fährt (ps: linksverkehr). Anschließend an dem Auto vorbei will, ungelenk ins schlingern kommt und statt der Bremse das Gas betätigt wird. So stieß der Roller gegen das Auto und schlingerte nach links und warf den Fahrer auf den Asphalt und kam im Graben zum erliegen. Wenn er im Nachhinein die Story erzählt ist er mal mit dem Fuß auf Sand ausgerutscht oder beim starten umgekippt.

Na auf jeden Fall lief ich dann zu ihm und sah, dass die Haut am Unterarm abgeschürft, aber noch da an einem Zipfel dran war. Sogleich hielt ein Auswanderpärchen aus Russland mit ihrem SUV und lud ihn ein Richtung Krankenhaus. Ich blieb zurück um über den entstandenen Schaden am Auto zu verhandeln und das Moped aus dem Graben zu holen und drückte ihm nur noch sein Handy in die Hand, dass er mir den Standort schicken möchte.

Eine hysterische Frau kam sogleich aus dem Haus gestürmt und begutachtete den Schaden. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann der Halter des Autos aus dem Haus und versicherte mir, dass Bali ganz entspannt sei, da sowas schon mal vorkommen könne und erkundigte sich ob mir was passiert sei. Anschließend gab ich ihm alles Geld was ich nicht hatte (4euro) und der Schaden war beglichen. Nun versuchte ich nun das Krankenhaus zu finden, da ich ja Pass und Geld bei mir trug. Nach 7 Kilometern hatte ich dann endlich die Ubud Klinik gefunden, aber keiner war dort. Endlich schickte er mir einen Standort der nochmal 4 km weg war, da das erste Krankenhaus ihn abgelehnt hatte, weil zu viele Leute. Am Krankenhaus angekommen erkannte auch keiner den Mann auf dem Pass wieder und ich lief in die Notaufnahme wo ich ihn endlich fand. Dort lag er mit einem Tuch auf dem Gesicht und 2 Assistenzärzte nähten gerade das Stück Haut unter lautem winselnden des Patienten wieder dran. Offensichtlich war dies eine Lapalie, denn die Ärzte kicherten schon immer, wenn der Patient, der Arm war ja betäubt, winselte. Nebenan bekam eine einheimische Offenbar ein Baby, denn das Neugeborene schrie wie am Spieß, die werdende Mutter allerdings gab keinen laut von sich. Nur der Deutsche und irgendwann das Baby gaben Schreie von sich.

Der Arzt erklärte mir dann, was sie Vorhaben und beäugte auf einem kleinen Hocker stehend, seine Schützlinge. Nach etwa einer Stunde waren wir wieder raus und mussten inkl. Medikamente 50 Euro zahlen. 

Am nächsten Tag wollten wir dann den Roller zurückbringen, meinen wollte ich noch für einen Tag behalten, und der Verleiher schaute sich den Schaden an. Spiegel und Verkleidung sollten erneuert werden und nach einem Anruf beim Mechaniker sollten 75euro bezahlt werden. Das wirkte im Vergleich zur Arztrechnung zu viel und wir sind dann mit dem Roller wieder abgetrabt um einen eigenen Mechaniker zu finden. Mir war es dann zu blöd, da die Haftpflicht eh zahlt und der Roller Mieter sucht nun krampfhaft eine Werkstatt in der ein Europäer weniger zahlt als ein Einheimischer :-D ich halte euch gerne auf dem laufenden...

Momentan liege ich auf dem balkon und warte, dass er wieder kommt und wir einen Ausflug zum indo market mit dem Roller machen können. Ich bin gespannt wie weit wir kommen. 

Liebe Grüße aus dem traumhaften Bali

Ps: die Bilder folgen, wenn ich wieder auf dem Festland bin ;-)

Shopping Malls

Dienstag, 30.08.2016

Da ich die Tage versucht habe, einen brauchbaren Rucksack zu bekommen, habe ich mich in den hiesigen Malls des Bezirks rumgetrieben. Man muss dazu sagen, dass es kaum Einkaufsstraßen hier gibt, sondern sich das Leben in einer Mall abspielt. Hier man essen und verabredet sich und natürlich shoppen.

Da ich nun mit dem Taxi zur Mall gefahren bin und davor ausgestiegen bin, hatte ich natürlich ein Problem hinein zu kommen, denn Jakarta ist keine Fußgängerstadt...jeder Meter wird hier mit dem Auto gefahren, also voll was für mich :-D aber ohne Auto kommt man schlecht irgendwo hin. Die Bürgersteige sind der letzte Husten und der Malleingang ist über die Tiefgarage...also dort lang, wo die Autos reinfahren und hoffen, dass die einen nicht übersehen.

Nachdem ich dann einen passablen Rucksack gefunden habe, versuchte ich nun mit einem Zettel voll indonesischer Wörter zu handeln. Dies gelang mir so mäßig, da ich die Zahlen alle ablesen musste. Im Laufe des Abends sollten sich meine Handelerfahrungen allerdings noch ausbauen. ;-)

Für umgerechnet 12 Euro habe ich dann den Rucksack ergattern können und wollte nun zurück zu meiner Unterkunft. Da ich hier die Taxis mit GPS rufen kann bin ich also ein Stück die Straße langgelaufen bis der Bürgersteig plötzlich aufhörte und ich ewig und 3 Tage am Straßenrand stand um über eine 3 spurige Fahrbahn zu gelangen. Die fahren ja wirklich regellos, was auch heißt, dass rote Ampeln und Fahrrichtungen ignoriert werden. Als ich dann ein Taxi rufen wollte haben meine indonesisch Kenntnisse leider versagt. Sagen wollte ich:" ich stehe vor einem Restaurant auf der linken Seite", gesagt habe ich :" essen, essen, links, links (makan,makan, kiri, kiri) :-D

Natürlich ist das kein Taxi an meinem Standort angekommen, also bin ich bis zum nächsten Einheimischen gelascht und habe ihn gefragt,wo denn das Krankenhaus sei, da dies laut Maps in meiner Nähe ist. Allerdings konnte ich gar nicht so schnell gucken, da saß ich schon in Flipflops und ohne Helm auf seinem Moped und wir reihten uns in das wilde Verkehrsgeschehen ein... Als ich dann mulmig aufs Tacho schaute, war natürlich die Tachowelle kaputt und anscheinend ging sein Licht auch nicht. (es war schon lange dunkel)

Und als er dann mitten auf der 3spurigen Straße anfing feilschen zu wollen, wieviel ich ihm dann zahlen sollte, bekam ich nur noch schwitzige Hände, klopfte im auf die Schulter und brüllte auf deutsch, dass wir das schon hinkriegen, soalnge ich heil ankomme ;-)

Endlich nahe meine Unterkunft wollte er gerne 40.000 IDR (bummelig 3 Euro). Da ich aber wusste, dass ich mit einem Taxi nur 16.000IDR bezahlt hätte, ging das feilschen natürlich los. Widerwillig zog ich einen 5.tausender Schein aus der Tasche und hilt ihm diesen hin. Er palawerte natürlich was auf indonesisch. Das Gute ist ja, dass ich völlig immun gegen die Mitleidsmasche bin, da ich ja kein Wort verstehe :-D

Irgendwann habe ich mich dann auf 15.000IDR eingelassen und ihm die Scheine in seine geschlossene Faust gestopft und ihn völlig deprimiert zurück gelassen... (schaaaade, diesmal keinen Ausländer abgezockt)

 

Heute war ich dann nochmal an der Uni um mich mit meinem Study-Buddy zu treffen und sie bot mir ein Sprachtandem an, welches ich gerne in Anspruch nehme, sonst kommt man hier ja nicht weit und am Donnerstag habe ich mich für einen Sprachkurs eingetragen, der dieses Semester erstmals stattfindet. Zum Glück, denn in der Bibliothek haben sie weder ein Wörterbuch, noch eins über die Sprache Bahasa Indonesia. Was ich echt frech finde, da diese Uni ausschließlich englische Kurse anbietet, sich Swiss-German-University nennt und dann nicht mal Indonesisch-Englisch im bestand hat?

 

2. Tag

Samstag, 27.08.2016

Heute war mein erster Schultag :-)

Meine Uni sieht sehr einladend aus und mit englisch kommt man ganz passabel weiter. Allerdings stoße ich auch damit an meine Grenzen, weshalb mein Hauptziel zwar ist endlich ein paar Brocken indonesisch zu lernen, allerdings kann ich nichts von dieser doch so fremd klingenden Sprache behalten. selbst einfache Sätze wie: "Saya tidak mengerti " = ich verstehe nichts, kann ich nicht behalten :-D
Na vielleicht wird es ja die nächsten Tage etwas.

Püntklich um 8 bin ich bei der Universität angekommen und natürlich kein Mensch in sichtweite, da Pünktlichkeit nur eine deutsche Tugend ist. Halb neun waren dann endlich alle eingetrudelt und es konnte mit einem Gebet und der indonesischen Nationalhymne losgehen. Zunächst gab es erstmal weitreichende Worte der Direktoren für Informatik und Mechanical Engineering über neue epochale Lebenswege, die nun beschritten werden und so weiter.

die Uni von Außen den kleb ich mir aufs Auto Der Innenhof der Uni

Anschließend gab einen Vortrag darüber, dass wir bereits im ersten Semester mit der Masterarbeit anfangen sollten und Vision and Mission des Studienganges. Die Herren Professoren haben übrigens alle an mehr als renommierten Unis der Welt studiert. (MIT, RWTH AAchen und UK). Frage mich ernsthaft was sie dann an einer Privatuni machen ;-)

Dann nach einer gefühlten Ewigkeit gab es einen kleinen Rundgang, der in der Mensa endete. Dort gab es genau 1 Gericht. Also iss oder hunger! als ich dann die nette Dame vom Office fragte, ob es denn nichts vegetarisches oder Salat gäbe, schaute sie mich entsetzt an und versicherte mir, dass auch mal als Deko ein Salatblatt mit dabei sein könne. So einen neumodischen Schnickschnack wie Vegetarier scheinen die nicht zu kennen.

Lunchbox der Uni

Um eins ging dann meine erste Vorlesung los, nachdem ich in der Freiluftmensa und der sehr warmen Suppe fast einen Kreislaufzusammenbruch erlitten hatte, fand ich mich in einem völlig überklimatisierten Raum im Zug der Klimaanlage wieder. Zum Glück hatte ich ein großes Tuch dabei, so konnte ich wenigstens dem Luftzug stand halten.

In Indonesien scheint es auch andere Vorstellungen von Innovationen zu geben. Da mir ja bereits in Deutschland die ein oder andere Definition über den Weg gelaufen ist, war ich nun etwas irritiert über die hiesige. Sie lautet etwa wie folgt: " Innovation ist das Überleben in einem Krieg" :-) typische Innovatoren sind Moviestars und Politiker, da diese Trendsetter in Sachen Innovationen sind. Schließlich wählt man ja keinen Politiker, der nicht das neuste IPhone besitzt. :-)

Zum Abend hin habe ich mich dann entschlossen noch einen kleinen Imbiss von gegenüber zu nehmen und bin wie immer kläglich an der Sprachbarriere gescheitert. Nun habe ich mir einen kleinen Zettel mit nützlichen Phrasen geschrieben, damit ich mir vielleicht morgen etwas bestellen kann, was ich auch wirklich möchte ;-)

der Imbiss gegenüber Überarschungs-Abendbrot

Endlich angekommen

Freitag, 26.08.2016

So, nun bin ich endlich nach nur 15 Stunden Flug angekommen.

Wenn man aus dem Flughafen tritt, trifft einem erstmal der Schlag. Das Klima ist umwerfend, im wahrsten Sinne... Hab erstmal Kreislauf bekommen und musste mich kurz hinsetzen um auf meinen StudyBuddy zu warten, der zwar ein Foto von mir hatte, ich aber nicht von ihm. Also bin ich eine Stunde im Flughafen und davor umher gerirrt. Wollte schon ein Namensschild basteln um nicht jeden ansprechen zu müssen...Vorbereitungen, wie Geldwechseln oder eine indonesische SimKarte wollte ich erst treffen, wenn ich Fahry getroffen habe, sonst finde ich ihn ja nie...

Nach einer gefühlten Ewigkeit und leichter Verzweiflung, die sich ausbreitete, sprach mich dann endlich ein junger Indonesier mit einer femininen Damenhandtasche an :-D seine Freundin (Amerikanerin) wartete auf der anderen Seite des Gates, um alle Ausgänge abzudecken. Zwar hätte er mich schon gleich beim raus gehen gesehen, sich aber nicht getraut mich anzusprechen. Nach einer Stunde fasste er sich dann ein Herz und traute sich aufgrund der Tatsache, dass ich das gleiche Oberteil auf dem "Vergleichsbild" anhatte.

Als dann Geld gewechselt und SimKarte besorgt waren rief Fahry seinen Fahrer an, der uns in waghalsigen Manövern stundenlang über die Indonesischen Autobahnen karrte...

An der Unterkunft angekommen verabiedeten sich die beiden und sagten, sie seien die nächsten Tage unterwegs, sodass sie mir morgen leider nicht die Stadt zeigen könnten...

Als ich im Zimmer ankam war ich angenehm überrascht, es ist zwar nur ein kleiner Raum und ein winziges Bad, aber zumindest einen Fernseher und eine Klimaanlage waren vorhanden. Als ich das Passwort für das Wlan erfragte, kam es leichte Probleme, da die Dame vom Tresen weder Englisch noch das richtige Passwort kannte. Ich fragte dann in der Whatsapp-Gruppe der bereits vor Ort befindlichen Kommulitonen und siehe da, ich konnte mich zwar verbinden, aber bis zum 9. Stock reichte es nicht...  

Ehrlich gesagt fühle ich mich ganz schön verloren in dieser fremden Stadt. Es ist zwar schön, dass man mal neue Erfahrungen macht, aber wenn einfach alles anders ist, kommt man sich wie ein Fremdkörper vor. Hat wahrscheinlich einen Grund, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist...sonst findet man sich gar nicht zurecht. Und so geht es mir...Zähneputzen nur mit Mineralwasser aus der Flasche, Kaffee stundenlang gesucht, bis irgendwo ein Starbucks nach ner halben Stunde fussmarsch zu finden war, dabei fast überfahren worden, weil ja Linksverkehr und sportliches Fahren und wie immer kann kaum einer englisch, weshalb man versucht sich mit Händen und Füßen zu unterhalten.

Na ich gebe nicht auf und warte noch bis die Mall um 10 aufmacht und ich mir vielleicht einen Wasserkocher oder so kaufen kann..

Meine neue Uni

 

Bald geht es los

Mittwoch, 24.08.2016

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.