Berichte von 08/2016

Shopping Malls

Dienstag, 30.08.2016

Da ich die Tage versucht habe, einen brauchbaren Rucksack zu bekommen, habe ich mich in den hiesigen Malls des Bezirks rumgetrieben. Man muss dazu sagen, dass es kaum Einkaufsstraßen hier gibt, sondern sich das Leben in einer Mall abspielt. Hier man essen und verabredet sich und natürlich shoppen.

Da ich nun mit dem Taxi zur Mall gefahren bin und davor ausgestiegen bin, hatte ich natürlich ein Problem hinein zu kommen, denn Jakarta ist keine Fußgängerstadt...jeder Meter wird hier mit dem Auto gefahren, also voll was für mich :-D aber ohne Auto kommt man schlecht irgendwo hin. Die Bürgersteige sind der letzte Husten und der Malleingang ist über die Tiefgarage...also dort lang, wo die Autos reinfahren und hoffen, dass die einen nicht übersehen.

Nachdem ich dann einen passablen Rucksack gefunden habe, versuchte ich nun mit einem Zettel voll indonesischer Wörter zu handeln. Dies gelang mir so mäßig, da ich die Zahlen alle ablesen musste. Im Laufe des Abends sollten sich meine Handelerfahrungen allerdings noch ausbauen. ;-)

Für umgerechnet 12 Euro habe ich dann den Rucksack ergattern können und wollte nun zurück zu meiner Unterkunft. Da ich hier die Taxis mit GPS rufen kann bin ich also ein Stück die Straße langgelaufen bis der Bürgersteig plötzlich aufhörte und ich ewig und 3 Tage am Straßenrand stand um über eine 3 spurige Fahrbahn zu gelangen. Die fahren ja wirklich regellos, was auch heißt, dass rote Ampeln und Fahrrichtungen ignoriert werden. Als ich dann ein Taxi rufen wollte haben meine indonesisch Kenntnisse leider versagt. Sagen wollte ich:" ich stehe vor einem Restaurant auf der linken Seite", gesagt habe ich :" essen, essen, links, links (makan,makan, kiri, kiri) :-D

Natürlich ist das kein Taxi an meinem Standort angekommen, also bin ich bis zum nächsten Einheimischen gelascht und habe ihn gefragt,wo denn das Krankenhaus sei, da dies laut Maps in meiner Nähe ist. Allerdings konnte ich gar nicht so schnell gucken, da saß ich schon in Flipflops und ohne Helm auf seinem Moped und wir reihten uns in das wilde Verkehrsgeschehen ein... Als ich dann mulmig aufs Tacho schaute, war natürlich die Tachowelle kaputt und anscheinend ging sein Licht auch nicht. (es war schon lange dunkel)

Und als er dann mitten auf der 3spurigen Straße anfing feilschen zu wollen, wieviel ich ihm dann zahlen sollte, bekam ich nur noch schwitzige Hände, klopfte im auf die Schulter und brüllte auf deutsch, dass wir das schon hinkriegen, soalnge ich heil ankomme ;-)

Endlich nahe meine Unterkunft wollte er gerne 40.000 IDR (bummelig 3 Euro). Da ich aber wusste, dass ich mit einem Taxi nur 16.000IDR bezahlt hätte, ging das feilschen natürlich los. Widerwillig zog ich einen 5.tausender Schein aus der Tasche und hilt ihm diesen hin. Er palawerte natürlich was auf indonesisch. Das Gute ist ja, dass ich völlig immun gegen die Mitleidsmasche bin, da ich ja kein Wort verstehe :-D

Irgendwann habe ich mich dann auf 15.000IDR eingelassen und ihm die Scheine in seine geschlossene Faust gestopft und ihn völlig deprimiert zurück gelassen... (schaaaade, diesmal keinen Ausländer abgezockt)

 

Heute war ich dann nochmal an der Uni um mich mit meinem Study-Buddy zu treffen und sie bot mir ein Sprachtandem an, welches ich gerne in Anspruch nehme, sonst kommt man hier ja nicht weit und am Donnerstag habe ich mich für einen Sprachkurs eingetragen, der dieses Semester erstmals stattfindet. Zum Glück, denn in der Bibliothek haben sie weder ein Wörterbuch, noch eins über die Sprache Bahasa Indonesia. Was ich echt frech finde, da diese Uni ausschließlich englische Kurse anbietet, sich Swiss-German-University nennt und dann nicht mal Indonesisch-Englisch im bestand hat?

 

2. Tag

Samstag, 27.08.2016

Heute war mein erster Schultag :-)

Meine Uni sieht sehr einladend aus und mit englisch kommt man ganz passabel weiter. Allerdings stoße ich auch damit an meine Grenzen, weshalb mein Hauptziel zwar ist endlich ein paar Brocken indonesisch zu lernen, allerdings kann ich nichts von dieser doch so fremd klingenden Sprache behalten. selbst einfache Sätze wie: "Saya tidak mengerti " = ich verstehe nichts, kann ich nicht behalten :-D
Na vielleicht wird es ja die nächsten Tage etwas.

Püntklich um 8 bin ich bei der Universität angekommen und natürlich kein Mensch in sichtweite, da Pünktlichkeit nur eine deutsche Tugend ist. Halb neun waren dann endlich alle eingetrudelt und es konnte mit einem Gebet und der indonesischen Nationalhymne losgehen. Zunächst gab es erstmal weitreichende Worte der Direktoren für Informatik und Mechanical Engineering über neue epochale Lebenswege, die nun beschritten werden und so weiter.

die Uni von Außen den kleb ich mir aufs Auto Der Innenhof der Uni

Anschließend gab einen Vortrag darüber, dass wir bereits im ersten Semester mit der Masterarbeit anfangen sollten und Vision and Mission des Studienganges. Die Herren Professoren haben übrigens alle an mehr als renommierten Unis der Welt studiert. (MIT, RWTH AAchen und UK). Frage mich ernsthaft was sie dann an einer Privatuni machen ;-)

Dann nach einer gefühlten Ewigkeit gab es einen kleinen Rundgang, der in der Mensa endete. Dort gab es genau 1 Gericht. Also iss oder hunger! als ich dann die nette Dame vom Office fragte, ob es denn nichts vegetarisches oder Salat gäbe, schaute sie mich entsetzt an und versicherte mir, dass auch mal als Deko ein Salatblatt mit dabei sein könne. So einen neumodischen Schnickschnack wie Vegetarier scheinen die nicht zu kennen.

Lunchbox der Uni

Um eins ging dann meine erste Vorlesung los, nachdem ich in der Freiluftmensa und der sehr warmen Suppe fast einen Kreislaufzusammenbruch erlitten hatte, fand ich mich in einem völlig überklimatisierten Raum im Zug der Klimaanlage wieder. Zum Glück hatte ich ein großes Tuch dabei, so konnte ich wenigstens dem Luftzug stand halten.

In Indonesien scheint es auch andere Vorstellungen von Innovationen zu geben. Da mir ja bereits in Deutschland die ein oder andere Definition über den Weg gelaufen ist, war ich nun etwas irritiert über die hiesige. Sie lautet etwa wie folgt: " Innovation ist das Überleben in einem Krieg" :-) typische Innovatoren sind Moviestars und Politiker, da diese Trendsetter in Sachen Innovationen sind. Schließlich wählt man ja keinen Politiker, der nicht das neuste IPhone besitzt. :-)

Zum Abend hin habe ich mich dann entschlossen noch einen kleinen Imbiss von gegenüber zu nehmen und bin wie immer kläglich an der Sprachbarriere gescheitert. Nun habe ich mir einen kleinen Zettel mit nützlichen Phrasen geschrieben, damit ich mir vielleicht morgen etwas bestellen kann, was ich auch wirklich möchte ;-)

der Imbiss gegenüber Überarschungs-Abendbrot

Endlich angekommen

Freitag, 26.08.2016

So, nun bin ich endlich nach nur 15 Stunden Flug angekommen.

Wenn man aus dem Flughafen tritt, trifft einem erstmal der Schlag. Das Klima ist umwerfend, im wahrsten Sinne... Hab erstmal Kreislauf bekommen und musste mich kurz hinsetzen um auf meinen StudyBuddy zu warten, der zwar ein Foto von mir hatte, ich aber nicht von ihm. Also bin ich eine Stunde im Flughafen und davor umher gerirrt. Wollte schon ein Namensschild basteln um nicht jeden ansprechen zu müssen...Vorbereitungen, wie Geldwechseln oder eine indonesische SimKarte wollte ich erst treffen, wenn ich Fahry getroffen habe, sonst finde ich ihn ja nie...

Nach einer gefühlten Ewigkeit und leichter Verzweiflung, die sich ausbreitete, sprach mich dann endlich ein junger Indonesier mit einer femininen Damenhandtasche an :-D seine Freundin (Amerikanerin) wartete auf der anderen Seite des Gates, um alle Ausgänge abzudecken. Zwar hätte er mich schon gleich beim raus gehen gesehen, sich aber nicht getraut mich anzusprechen. Nach einer Stunde fasste er sich dann ein Herz und traute sich aufgrund der Tatsache, dass ich das gleiche Oberteil auf dem "Vergleichsbild" anhatte.

Als dann Geld gewechselt und SimKarte besorgt waren rief Fahry seinen Fahrer an, der uns in waghalsigen Manövern stundenlang über die Indonesischen Autobahnen karrte...

An der Unterkunft angekommen verabiedeten sich die beiden und sagten, sie seien die nächsten Tage unterwegs, sodass sie mir morgen leider nicht die Stadt zeigen könnten...

Als ich im Zimmer ankam war ich angenehm überrascht, es ist zwar nur ein kleiner Raum und ein winziges Bad, aber zumindest einen Fernseher und eine Klimaanlage waren vorhanden. Als ich das Passwort für das Wlan erfragte, kam es leichte Probleme, da die Dame vom Tresen weder Englisch noch das richtige Passwort kannte. Ich fragte dann in der Whatsapp-Gruppe der bereits vor Ort befindlichen Kommulitonen und siehe da, ich konnte mich zwar verbinden, aber bis zum 9. Stock reichte es nicht...  

Ehrlich gesagt fühle ich mich ganz schön verloren in dieser fremden Stadt. Es ist zwar schön, dass man mal neue Erfahrungen macht, aber wenn einfach alles anders ist, kommt man sich wie ein Fremdkörper vor. Hat wahrscheinlich einen Grund, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist...sonst findet man sich gar nicht zurecht. Und so geht es mir...Zähneputzen nur mit Mineralwasser aus der Flasche, Kaffee stundenlang gesucht, bis irgendwo ein Starbucks nach ner halben Stunde fussmarsch zu finden war, dabei fast überfahren worden, weil ja Linksverkehr und sportliches Fahren und wie immer kann kaum einer englisch, weshalb man versucht sich mit Händen und Füßen zu unterhalten.

Na ich gebe nicht auf und warte noch bis die Mall um 10 aufmacht und ich mir vielleicht einen Wasserkocher oder so kaufen kann..

Meine neue Uni

 

Bald geht es los

Mittwoch, 24.08.2016

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.